Die womöglich fahrlässigste Versäumnis eines Hauseigentümers ist die Regenrinnenreinigung. Schade – fürs Konto und den Seelenfrieden. Eine chronisch volle Dachrinne verstopft auch kurz- bis mittelfristig das Fallrohr. Das an die Hausfassade gepinnte Rohr aus Titan-Zink, PVC oder (bei denen, die nicht kleckern) sogar Kupfer. Fallrohre saufen zwar wie die Löcher, stammen jedoch aus der gleichen Familie wie die die Abwasserrohre von Toiletten. Ja, genau, die unbequemen Lesesessel im Bad mit dem Loch in der Mitte. Bei diesen kann man des Öfteren beobachten, wie Rohre auf zu viel Inhalt reagieren.

Ein verstopftes Fallrohr am Beispiel der Toilette

Nachdem die Spülung betätigt wurde, toben die Wassermassen in der Keramikschüssel des Vertrauens. Tatsächlich bis zu 6 Liter multipliziert mit den weiteren verzweifelten Versuchen, das Fiasko endlich nicht mehr sehen zu müssen. Sollten diese erbärmlichen Versuche aber nicht fruchten, beschleicht den Verursacher die Fassungslosigkeit. Es vergehen noch ein paar Augenblicke, doch dann schließlich ist sie da – unausweichlich. Die Gewissheit, dass die Toilette verstopft ist. Panik mischt sich mit Vorwürfen, denn irgendwie wusste man vorher, dass es zu viel sein wird. Genauso wie die letzten Male. Dennoch, der Kick von „Wie viel kriege ich dieses Mal durch das Rohr“ ist einfach zu verführerisch. Jedes Mal. Und nun steht man wieder da und starrt ratlos auf sein schwimmendes Malheur.

Mann auf Toilette mit Toilettenpapier

Wenn man wieder bei Sinnen ist, kommt der Griff zur Klobürste. Mit leichter Verachtung gibt man dem ungehorsamen Klo erstmal, was es braucht. Doch wie das Wattestäbchen im Gehörgang macht auch dieser grobe Akt der Gewalt alles nur noch schlimmer.

Letztlich muss der Klempner die Verstopfung beseitigen

Während man nun schweißgebadet in seiner eigenen Stinkhöhle Wiederbelebungsversuche an der Toilette betreibt, freundet man sich langsam, aber sicher mit dem Gedanken an, dass man dieses Mal richtig übertrieben hat und alleine nicht Herr der Angelegenheit werden wird.

Trotzdem blitzt kurze Dankbarkeit auf. Immerhin handelt es sich hier um die eigene Toilette. Es hätte auch die Toilette des befreundeten Ehepaars sein können, bei denen man zum Abendessen eingeladen ist. An die haarscharfen Szenarien, die man sich bei diesen Auswärtsspielen schon geleistet hat, darf man gar nicht denken, sonst läuft es einem kalt den Rücken runter. Und am Rande erinnert man sich wieder an die Regenrinne, die seit Monaten überläuft. Könnte es im Fallrohr aussehen wie hier unten im Klo?

Am Ende ruft man kleinlaut beim örtlichen Klempner an und bittet um Buße. In der Hoffnung, dass der Klempner auch ohne berufliche Schweigepflicht integer ist. Klar, wir machen uns Gedanken um das Wissen von Google, aber Google erfährt nichts von unseren wahren Abgründen. Nur der Klempner – und der sammelt glücklicherweise bloß Bonusmarken bei Müller & Egerer, keine Daten. Und als Bonus für die Beseitigung der Schweinerei bekommt er als Folgeauftrag die Reinigung der Regenrinne – da freut er sich bestimmt.

An dieser Stelle einen kurzen Schweigeabsatz für all die tapferen Fäkalien-Entsorger da draußen. Vor allem während der Pandemie gingen Menschen mit zu viel Toilettenpapier auf die Geschäftsstelle. Doch niemand ging für diese Helden des Alltags auf den Balkon. Es sei denn der Geruch der verstopften Toilette sorgte beim Verursacher und seiner Familie für einen Schwindelanfall. Man stelle sich nur vor… nein, besser nicht.

Die stiefmütterliche Liebe zur Regenrinne

Vernachlässigte Regenrinne in Bremen mit Bäumen

Was sagt uns dieser Toilettenexkurs?

Trinkgeld für Toilettenreinigungskräfte und Klempner ist Schweigegeld. Und das Buch aus der Perspektive dieser beiden Berufe ist der größte Psychologie-Beststeller, der noch nicht geschrieben wurde. Überdies wird klar, wie sehr Hauseigentümer ihre Abwasserrohre quälen.  Doch irgendwann platzt jedem Rohr einmal der Kragen. Eine detonierte Fäkalien-Pipeline im Hausinneren ist der Heilige Gral für jeden Hauseigentümer.

Ein verstopftes Fallrohr dagegen verwandelt die Fassade diskret in einen idyllischen Wasserfall, wogegen der Wohnraum zur Schimmeloase heranwächst. Da man die Regenrinne aber nicht täglich begutachtet, weil man über zig andere Dinge nachdenkt, wenn man nach Feierabend vor seinem Haus steht, ist eine überfüllte Rinne ein toter Winkel. Und wer tigert schon bei Regen nach draußen, um die Außenentwässerung seines Hauses zu prüfen? Genau. Darum genießen die Kollateralschäden meistens Jahre, bis sie ihre nervige und teure Natur offenbaren.

Versicherungen zahlen nicht bei Schäden, die verstopfte Regenrinnen als Ursache haben

Ja, die Regenrinnenreinigung zu vernachlässigen, ist zu einfach, um es nicht zu machen. „Was soll schon passieren? Selbst wenn das Fallrohr mal verstopft, dann rufe ich jemanden, der das Teil wieder frei macht, fertig. Wenn die Fassade ein bisschen nass geworden ist, dann ist das halt so. Man muss doch nicht gleich den Teufel an die Wand malen.“

Stimmt, Frau/Herr Easy, die Farbe können Sie sich für den Maler sparen, der die Spuren der Wasserschäden wegpinseln muss. Z.B. bei Ihrem Nachbarn. Auf Ihre Kosten. Ja, richtig, was auch immer Ihr Selbstmordattentäter-Fallrohr in Mitleidenschaft zieht, wenn es das Wasser, das es eigentlich in die Kanalisation befördern soll, nicht passieren lässt, sondern in Richtung Nachbarhaus schickt, geht das auf Ihren Deckel.

Klar, sollte das Rohr platzen, ohne dass dies auf die Vernachlässigung Ihrer Instandhaltungspflicht zurückzuführen ist, dann haben Sie gute Karten bei der Versicherung. Doch wenn nicht gerade der Lieferant der Flaschenpost oder der Sturm Ihr Fallrohr mitgenommen hat, dann gibt es praktisch nur zwei Gründe für ein geplatztes Fallrohr:

  • Verstopft und marode.
  • Marode und verstopft.

Wenn der Schaden also groß genug ist, dürfen Sie davon ausgehen, dass die Versicherung der Ursache etwas genauer auf den Grund geht.

Ich frage mich bis heute, was da im Hintergrund so urkomisch klirrt. Vermutlich irgendein Teil des Fallrohrs, das durch den Druck meterhoch in die Luft katapultiert wurde.

Wenn die eigene Nachlässigkeit zum Problem des Nachbarn wird

Das mit dem Schaden beim Nachbarn ist übrigens ein Bericht aus dem wahren Leben. Erst kürzlich rief uns die Eigentümerin eines Bremer Hauses an und bat uns, einen Sachverhalt einzuschätzen. Ihr Nachbar erlitt beim jüngsten starken Regen einen enormen Wasserschaden über drei Etagen. Was entlarvte er als Ursache dafür? Bingo! Das verstopfte Fallrohr seiner Nachbarin, die uns nun um Hilfe bat. Er hatte sie in den letzten Jahren schon mehrfach auf ihr verstopftes Fallrohr hingewiesen. Dennoch hatte sie die Regenrinne nicht reinigen lassen. Der Schaden durch dieses Versäumnis belief sich auf mehrere Tausend Euro – und die Versicherung bockte.

Wie fiel unsere Einschätzung aus? Nun, dass das verstopfte Fallrohr unserer Kundin die Ursache für einen erheblichen Wassersturz auf die Fassade und den daran befindlichen Balkonen war, hatte der findige Nachbar richtig rekonstruiert. Allerdings war die sekundäre Ursache für den Wasserschaden im Innenraum eine andere.Verstopfte Regenrinne an einem Bunker in Bremen

Die Balkone, die durch das verstopfte Fallrohr des Nachbarhauses zur Badewanne wurden, waren nicht dicht. Und das seit einer Ewigkeit, wie die typischen Merkmale von undichten Balkonen zeigten. Hätte der Nachbar unserer Kundin also mit Flüssigkunststoff abgedichtete Balkone besessen, hätte die Wassermasse niemals einen derartigen Wasserschaden verursacht. Doch so konnte das Wasser aus der verstopften Regenrinne unaufhaltsam in den Nachbarbalkon mit dysfunktionalem Gefälle plätschern und dort in das Mauerwerk des Hauses sickern – Etage für Etage.

Die Frage, wie dieser Schaden nun reguliert werden soll, wird erst in Monaten bis Jahren gerichtlich beantwortet. Fest steht, dass die Nachbarschaftsbeziehung nun genauso aussieht wie die oben dargestellte Toilettenverstopfung. Der Nervenkrieg hatte bei unserem Besuch gerade erst begonnen, unsere Kundin war jedoch bereits mit den Nerven am Ende und hatte bereits einen Auszug auf die Agenda gesetzt. Und das alles wegen einer vernachlässigten Regenrinne.

Verstopfte Regenrinnen und Fallrohre im Winter

Nun ist eine mangelhafte Entwässerung bei flüssigem Wasser schon bedenklich. Ändert sich aufgrund von Minusgraden im Winter auch noch der Aggregatzustand des Wasserstaus in der Regenrinne und wird zu Eis, dann wird es umso haariger. Schwimmende Eisblöcke oder tödliche Eiszapfen in einer überfüllten Rinne warten nur darauf, der Schwerkraft zu folgen.

Steht Ihr Haus direkt an einem Bürgersteig, dann spielen Sie mit Ihrer Regenrinne russisch Roulette. Ob das Versäumnis Ihrer Pflicht nun einen Fußgänger oder ein Auto erwischt; wenn die Versicherung hinterfragt, haben Sie erhebliche Erklärungsnot.

Betrachten Sie das hier nicht als Panikmache, damit Sie uns für die Reinigung Ihrer Regenrinne beauftragen. So schön ist diese Arbeit dann doch nicht. Sehen Sie das hier stattdessen als Finanzberatung von jemandem, der schon unzählige kostspielige Schäden durch verstopfte Dachrinnen erlebt hat. Teure Fehler, über die man in keiner Zeitung liest.

Reinigung der Dachrinne an der Werkshalle der Seenotretter in Bremen

Wenn Ihnen dieser Artikel hilft, ein besseres Bewusstsein für Ihre Instandhaltungspflicht zu erlangen, dann ist er ein voller Erfolg. Tipp: wenn Sie einen anderen Betrieb als die LaGrand Handwerk GmbH für die Regenrinnenreinigung beauftragen, dann konsultieren Sie einen Dachdecker. Die (sollten) wissen, was sie tun und checken gleichzeitig den Zustand Ihres Daches – falls sie motiviert sind und nicht an Angestellten-Blindheit leiden.

Wie auch immer, wenn Ihr Haus in der Nähe von Bäumen steht, lassen Sie Ihre Regenrinne regelmäßig reinigen. Sie wollen nicht, dass Sie die Vernachlässigung dieses gebogenen Blechs aus Titan-Zink da oben an der Traufe Ihres Hauses bereuen, weil Sie gerade eine Schadensersatzforderung erhalten haben. Sie wollen sich um andere Dinge kümmern, die mehr Lebensqualität implizieren. Prävention vermeidet diesen unnötigen Ärger.

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Bild Toilette ©Adobe Stock / Wellnhofer Designs